Winkl ist ein Zeilendorf südlich von Kirchberg am Wagram. Es wurden Urnenfelder und hallstattzeitliche Funde gemacht. Urkundlich wurde Winkl 1440 erwähnt. Es gibt urkundlichen Aufzeichnungen von einer Festung von1456. Zu dieser Zeit war ein Stapelplatz an der Donau. Landesfürstliche Urkunden sind mit 1477 und 1495 datiert. Winkl weist eine geschlossene Zeilenverbauung mit überwiegenden Zwerchhöfen auf.

Kirche zum Heiligen Nikolaus

Das Plateau, auf dem sich die Kirche befindet, diente einst den Herren von Winkel als Burgareal mit umgebendem Wassergraben. Um 1135 ist erstmals ein Vertreter des Geschlechtes im Ort erwähnt, und zwar namentlich Poppo als Ministeriale der Babenberger. Er und seine Nachfahren übten das Vogteirecht über weite Teile des Wagramlandes aus. Ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kam der rasche Niedergang der Winkler, 1463 erfolgte wahrscheinlich der Abbruch der Burg. Es blieb nur ein Teil der ehemaligen Burgkapelle erhalten, die in den folgenden Jahrhunderten erweitert wurde.

Bei einer gründlichen Renovierung um 1860 ersetzte man den Holzturm durch einen gemauerten. Die Flachdecken des Seitenschiffes und des Langhauses wichen einem Kreuzgrat- bzw. einem Kreuzrippengewölbe. Gleichzeitig entstanden die Empore und der überwölbte Aufgang zum Musikchor.
1979/80 erfolgte eine grundlegende Außensanierung und Trockenlegung. Die Marienstatue aus der Zeit um 1430, die in der Nische am Seitenaltar ihren Platz hat, wurde 1982/83 restauriert.
In den Jahren von 1990 bis 1992 renovierten die Marktgemeinde Kirchberg am Wagram und die Dorfgemeinschaft unter fachlicher Leitung des Bundesdenkmalamtes den Innenraum. Beim Entfernen alter Farbschichten stießen die Restauratoren auf einen dunkelroten Anstrich. Annähernd denselben Farbton brachte man wieder auf, wobei man alte Ornamente beließ. Das Gotteshaus hat daher heute ein anderes Aussehen als alle Kirchen der Umgebung.

Bei einer Begehung der Kirche im Jahr 2003 fand man im Dachraum des Seitenschiffes eine Secco-Malerei (Malerei auf trockenem Untergrund) aus der Zeit zwischen 1200 und 1230, die den Sündenfall mit Adam und Eva und einen Reiter darstellt. Durch den späteren Anbau der Seitenkapelle konnte sich diese Malerei im Dachraum über die Jahrhunderte hinweg gut erhalten. Sie wurde 2005 fachkundig restauriert.

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