Geschichte

Die Mitterstockstaller Teichmühle wird das erste Mal 1780 als solche urkundlich erwähnt. Geschichtlich ist derzeit nur bekannt, dass Grund und Boden damals dem Passauer Domkapitel gehörten.
Um 1900 war es unter den Müllern üblich, viel auf Wanderschaft zu sein. Die Textpassage im alten Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ kommt nicht von ungefähr. Es waren damals nicht nur die Gesellen auf der Walz, wie es hieß, sondern auch die Mühlenbesitzer wechselten häufig die Mühlen.
Albert Siderits erwarb die Mühle 1927 von einem Herrn Biringer und betrieb das Mahlwerk bis 1941 mit einem oberschlächtigen Wasserrad. Das Wasser stammte aus den nahen Quellen am Wagramhang und wurde als „Mühlbachl“ dem Wasserrad zugeführt.
1941 wurde die Energieversorgung der Teichmühle mit einem zusätzlichen Windrad erweitert. Mit den beiden Energieträgern Wind und Wasser betrieb Albert Siderits die Mühle bis 1946. Nun kam auch elektrische Antriebskraft in Verwendung. Aus eigenen Mitteln wurde eine Freileitung vom „Mitterstockstaller Trafo“ bis zur Mühle verlegt. Die Mühle war fortan nicht mehr von „Wind und Wetter“ abhängig.
1954 kam es zu einem Neubau der Mühle. Die alte Mühle wurde mit einem Zubau wesentlich vergrößert und auch die technische Einrichtung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die „Sideritsmühle“ war eine der modernsten Mühlen in Europa. Sie wurde zu einer „Pneumatischen Mühle“ ausgebaut. Vom Mahlgut bis zu den fertigen Mehlprodukten wurde vor dem Umbau alles mit mechanischen Becher- oder Schöpfaufzügen transportiert und den verschiedenen Mahlwerken zugeführt. Nach dem Umbau erfolgte der Transport des Korns, der einzelnen Zwischenprodukte der Kornverarbeitung, bis zu den fertigen Mehlspezialitäten, alles ausschließlich mit großen Luftgebläsen. Diese pneumatischen Vorgänge waren schonender und effizienter als vorher mit den mechanischen Beförderungsmitteln.
1970 übernahm Ernst Siderits die Mühle von seinem Vater und betrieb sie bis zu seiner Pensionierung 1997 in der 3. Familiengeneration. Die Mühle ist heute noch immer in einem erstklassigen Zustand und der „Müllermeister“ bräuchte nur die Sicherungen einzuschrauben und könnte wieder alle Sorten Mehl produzieren. Leider hat die Globalisierung auch vor den Dorfmühlen nicht halt gemacht und die Wirtschaftlichkeit ist gegenüber riesiger Konzernmühlen nicht mehr gegeben.
Ernst Siderits betrachtet seine Mühle nur mehr als Schauobjekt, das er gerne gelegentlichen Besuchern oder interessierten Schülergruppen zeigt.

Alte Ansicht Teichmühle Mitterstockstallalte Ansicht

 

 

 

 

 

Mühlwerk Teichmühle MitterstockstallMühlwerk

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