Geschichte

Schon in frühester Zeit waren die Menschen bestrebt, Botschaften weiterzuleiten und Nachrichten auszutauschen. Bedingt durch das aufstrebende Kultur- und Wirtschaftsleben entwickelten sich, ­da staatlichen Posteinrichtungen fehlten, eigene Postein­richtungen wie z.B. Herrschaftsboten, Klosterboten, Kaufmanns­boten etc. Als Wegbereiter des Postwesen gilt Kaiser Maximilian I (1459 - 1519). 1596 ging dieses Postmonopol an die gräfliche Familie Paar über. Eine staatliche Institution ist die österreichische Post seit 1722.
Am 19. Jänner 1825 wurde Michael Pasching zum Betrieb eines Post-Relais für Reisende, ohne Beförderung der Korrespondenz, ermächtigt. Untergebracht war diese Station in seinem Haus in Kirchberg am Wagram Nr. 37 (heute Kremserstraße 50). Im Jahre 1828 gingen Haus und Post-Relais in das Eigentum von Michael Prosl über. Für deren Betrieb wurde ihm aber erst nachträglich im Jahre 1830 die Zustimmung erteilt. Diese "provisorische" Einrichtung wurde im Jahre 1831 zu einem Postamt mit Pferdewechsel erhoben und nahm am 10. Mai den Betrieb auf.
Postmeister Michael Prosl verstarb im 55. Lebensjahr am 2. Mai 1850, also kurz vor Ausgabe der ersten österreichischen Brief­marken (1. Juni 1850). Zu diesem Zeitpunkt bestanden in Nieder­österreich 145 Poststationen.
Mit 1.11.1850 übernahm sein Sohn Joseph Prosl die Leitung des Amtes. 1852 wurde die Reitpost zwischen Krems und Wien aufgelassen. Die Telegraphenstation wurde am 29.10.1887 in Betrieb genommen. Erst das Jahr 1911 brachte wieder eine wesentliche Neuerung. Beim k.k. Post- und Telegraphenamte konnte am 1. September eine Telefonstelle in Betrieb genommen werden. Das Zeitalter des Omnibusdienstes begann mit der Einführung des Automobiles für den Postreiseverkehr im Jahre 1907. Kirchberg am Wagram taucht erstmals im Postautofahrplan 1929 auf. Während des 2. Weltkrieges kam das Postamt nicht zu Schaden. Der Postbetrieb konnte im August 1945 wieder aufgenommen werden. Eine wesentliche Hilfe für die Post brachte die Einführung der Postleitzahlen ab 1.Jänner 1966; Kirchberg am Wagram erhielt die Postleitzahl 3470. Anlässlich der 100 - Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Kirchberg am Wagram wurde erstmals ein Sonderpostamt eingerichtet. Dieses amtierte am 27.Juni 1987 und 28.Juni 1987 im Alten Rathaus der Gemeinde. Der Sonderstempel zeigt das Wappen des Marktes Kirchberg am Wagram und das Emblem der Feuerwehr.
Der Umbau des Postamtes erforderte ab1987 eine vor­übergehende Verlegung des Dienstbetriebes in das Bezirksge­richtsgebäude. Bereits am 8. August 1988 konnten modern ge­staltete und den heutigen Anforderungen entsprechende Räumlich­keiten am Marktplatz 17 in Verwendung genommen werden.
Der Umbau des Postamtes erforderte ab1987 eine vor­übergehende Verlegung des Dienstbetriebes in das Bezirksge­richtsgebäude. Am 8. August 1988 konnten modern ge­staltete Räumlich­keiten am Marktplatz 17 in Verwendung genommen werden. Strukturveränderungen machten auch vor dem Kirchberger Postamt nicht halt. Am 6. September 2010 ging am gleichen Standort der Post.Partner in Betrieb. Mit Ende des Jahres 2015 beendete die Firma Kolar diese Tätigkeit. Am 29. Februar 2016 hat Herr Roland Schneider am Standort Marktplatz 28 eine neue Geschäftsstelle eröffnet.

Poststein

Gerade in früherer Zeit wurden die Verkehrswege den Verkehrsmitteln angepasst. Bei Pferdefuhrwerken war die Tagesfahrleistung maßgeblich. Eine Tagesleistung von 8 Meilen (1 Meile = 6 km) konnte nur bei regelmäßigen Pausen in den 2 Meilenabständen erreicht werden. Bei diesen Pausen mussten Fahrer und Fuhrwerk versorgt werden. Brunnen, Wagenremisen, Wirtshäuser und Handwerker wurden benötigt. Teile der Ladung konnten verkauft oder getauscht werden. Handwerker wie Sattler, Schmiede und Wagner fanden reiches Betätigungsfeld für ihre Künste.
Beim Betrachten alter Postnetze und Wege wird dies besonders deutlich. Ein Beispiel ist der alte Postweg, der von Wien entlang des Wagrams nach Krems führte:
Floridsdorfer Spitz - Korneuburg - Stockerau - Gaisruck - Kirchberg - Hadersdorf - Krems.
Ein kleines Relikt dieses Postweges ist in der Legende um die Kirchberger Beethovenstiege erhalten geblieben: Der bekannte Künstler machte auf der Durchreise in Kirchberg Rast und die Kirchberger Stiege erhielt als Erinnerung an die große Persönlichkeit seinen Namen.
Von den "positae mansiones" , den Rasthäusern gibt es in Kirchberg lediglich ein erhaltenes Stück, das über die Wichtigkeit der Kirchberger Poststelle Zeugnis gibt - den „Poststein“. Der Stein als Schild und Kennzeichen der damaligen „Posthaltestelle“ wurde zur Erinnerung an frühere Verkehrsbedingungen im Zentrum eines Kreisverkehrs an der alten Poststraße, der heutigen „Wienerstraße“, aufgestellt.

Postgebäude altPostgebäude um 1900

 

 

 

 

 

PoststeinPoststein

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