Geschichte

Marktplatz 27
3470 Kirchberg am Wagram
059133 3285


Postenkommandanten seit 1939

1. Okt. 1939 bis 31. Mai 1946 Gendarmeriemeister Josef Mayerhofer
1. Juni 1946 bis 21. Feb.1971 Bezirksinspektor  Josef Plank
1. Juli 1971 bis 30. April 1990 Abteilungsinspektor Franz Bissenberger
1. Mai 1990 bis 30. Juni 1991 Abteilungsinspektor Erwin Mantler
1. Sep. 1991 bis 31. Aug.1993 Abteilungsinspektor Karl Kotzler
1. Nov. 1993 bis 30. Juni 2015 Abteilungsinspektor  Rudolf Stauffer
seit 01. Sept. 2015 Abteilungsinspektor Eduard Fitzka

Polizeiinspektion Kirchberg am WagramPolizeiinspektion Kirchberg am Wagram

 

 

 

 

 

Gendarmerie 1975Gendarmerie 1975

Schon in frühester Zeit waren die Menschen bestrebt, Botschaften weiterzuleiten und Nachrichten auszutauschen. Bedingt durch das aufstrebende Kultur- und Wirtschaftsleben entwickelten sich, ­da staatlichen Posteinrichtungen fehlten, eigene Postein­richtungen wie z.B. Herrschaftsboten, Klosterboten, Kaufmanns­boten etc. Als Wegbereiter des Postwesen gilt Kaiser Maximilian I (1459 - 1519). 1596 ging dieses Postmonopol an die gräfliche Familie Paar über. Eine staatliche Institution ist die österreichische Post seit 1722.
Am 19. Jänner 1825 wurde Michael Pasching zum Betrieb eines Post-Relais für Reisende, ohne Beförderung der Korrespondenz, ermächtigt. Untergebracht war diese Station in seinem Haus in Kirchberg am Wagram Nr. 37 (heute Kremserstraße 50). Im Jahre 1828 gingen Haus und Post-Relais in das Eigentum von Michael Prosl über. Für deren Betrieb wurde ihm aber erst nachträglich im Jahre 1830 die Zustimmung erteilt. Diese "provisorische" Einrichtung wurde im Jahre 1831 zu einem Postamt mit Pferdewechsel erhoben und nahm am 10. Mai den Betrieb auf.
Postmeister Michael Prosl verstarb im 55. Lebensjahr am 2. Mai 1850, also kurz vor Ausgabe der ersten österreichischen Brief­marken (1. Juni 1850). Zu diesem Zeitpunkt bestanden in Nieder­österreich 145 Poststationen.
Mit 1.11.1850 übernahm sein Sohn Joseph Prosl die Leitung des Amtes. 1852 wurde die Reitpost zwischen Krems und Wien aufgelassen. Die Telegraphenstation wurde am 29.10.1887 in Betrieb genommen. Erst das Jahr 1911 brachte wieder eine wesentliche Neuerung. Beim k.k. Post- und Telegraphenamte konnte am 1. September eine Telefonstelle in Betrieb genommen werden. Das Zeitalter des Omnibusdienstes begann mit der Einführung des Automobiles für den Postreiseverkehr im Jahre 1907. Kirchberg am Wagram taucht erstmals im Postautofahrplan 1929 auf. Während des 2. Weltkrieges kam das Postamt nicht zu Schaden. Der Postbetrieb konnte im August 1945 wieder aufgenommen werden. Eine wesentliche Hilfe für die Post brachte die Einführung der Postleitzahlen ab 1.Jänner 1966; Kirchberg am Wagram erhielt die Postleitzahl 3470. Anlässlich der 100 - Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Kirchberg am Wagram wurde erstmals ein Sonderpostamt eingerichtet. Dieses amtierte am 27.Juni 1987 und 28.Juni 1987 im Alten Rathaus der Gemeinde. Der Sonderstempel zeigt das Wappen des Marktes Kirchberg am Wagram und das Emblem der Feuerwehr.
Der Umbau des Postamtes erforderte ab1987 eine vor­übergehende Verlegung des Dienstbetriebes in das Bezirksge­richtsgebäude. Bereits am 8. August 1988 konnten modern ge­staltete und den heutigen Anforderungen entsprechende Räumlich­keiten am Marktplatz 17 in Verwendung genommen werden.
Der Umbau des Postamtes erforderte ab1987 eine vor­übergehende Verlegung des Dienstbetriebes in das Bezirksge­richtsgebäude. Am 8. August 1988 konnten modern ge­staltete Räumlich­keiten am Marktplatz 17 in Verwendung genommen werden. Strukturveränderungen machten auch vor dem Kirchberger Postamt nicht halt. Am 6. September 2010 ging am gleichen Standort der Post.Partner in Betrieb. Mit Ende des Jahres 2015 beendete die Firma Kolar diese Tätigkeit. Am 29. Februar 2016 hat Herr Roland Schneider am Standort Marktplatz 28 eine neue Geschäftsstelle eröffnet.

Poststein

Gerade in früherer Zeit wurden die Verkehrswege den Verkehrsmitteln angepasst. Bei Pferdefuhrwerken war die Tagesfahrleistung maßgeblich. Eine Tagesleistung von 8 Meilen (1 Meile = 6 km) konnte nur bei regelmäßigen Pausen in den 2 Meilenabständen erreicht werden. Bei diesen Pausen mussten Fahrer und Fuhrwerk versorgt werden. Brunnen, Wagenremisen, Wirtshäuser und Handwerker wurden benötigt. Teile der Ladung konnten verkauft oder getauscht werden. Handwerker wie Sattler, Schmiede und Wagner fanden reiches Betätigungsfeld für ihre Künste.
Beim Betrachten alter Postnetze und Wege wird dies besonders deutlich. Ein Beispiel ist der alte Postweg, der von Wien entlang des Wagrams nach Krems führte:
Floridsdorfer Spitz - Korneuburg - Stockerau - Gaisruck - Kirchberg - Hadersdorf - Krems.
Ein kleines Relikt dieses Postweges ist in der Legende um die Kirchberger Beethovenstiege erhalten geblieben: Der bekannte Künstler machte auf der Durchreise in Kirchberg Rast und die Kirchberger Stiege erhielt als Erinnerung an die große Persönlichkeit seinen Namen.
Von den "positae mansiones" , den Rasthäusern gibt es in Kirchberg lediglich ein erhaltenes Stück, das über die Wichtigkeit der Kirchberger Poststelle Zeugnis gibt - den „Poststein“. Der Stein als Schild und Kennzeichen der damaligen „Posthaltestelle“ wurde zur Erinnerung an frühere Verkehrsbedingungen im Zentrum eines Kreisverkehrs an der alten Poststraße, der heutigen „Wienerstraße“, aufgestellt.

Postgebäude altPostgebäude um 1900

 

 

 

 

 

PoststeinPoststein

Die Mitterstockstaller Teichmühle wird das erste Mal 1780 als solche urkundlich erwähnt. Geschichtlich ist derzeit nur bekannt, dass Grund und Boden damals dem Passauer Domkapitel gehörten.
Um 1900 war es unter den Müllern üblich, viel auf Wanderschaft zu sein. Die Textpassage im alten Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ kommt nicht von ungefähr. Es waren damals nicht nur die Gesellen auf der Walz, wie es hieß, sondern auch die Mühlenbesitzer wechselten häufig die Mühlen.
Albert Siderits erwarb die Mühle 1927 von einem Herrn Biringer und betrieb das Mahlwerk bis 1941 mit einem oberschlächtigen Wasserrad. Das Wasser stammte aus den nahen Quellen am Wagramhang und wurde als „Mühlbachl“ dem Wasserrad zugeführt.
1941 wurde die Energieversorgung der Teichmühle mit einem zusätzlichen Windrad erweitert. Mit den beiden Energieträgern Wind und Wasser betrieb Albert Siderits die Mühle bis 1946. Nun kam auch elektrische Antriebskraft in Verwendung. Aus eigenen Mitteln wurde eine Freileitung vom „Mitterstockstaller Trafo“ bis zur Mühle verlegt. Die Mühle war fortan nicht mehr von „Wind und Wetter“ abhängig.
1954 kam es zu einem Neubau der Mühle. Die alte Mühle wurde mit einem Zubau wesentlich vergrößert und auch die technische Einrichtung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die „Sideritsmühle“ war eine der modernsten Mühlen in Europa. Sie wurde zu einer „Pneumatischen Mühle“ ausgebaut. Vom Mahlgut bis zu den fertigen Mehlprodukten wurde vor dem Umbau alles mit mechanischen Becher- oder Schöpfaufzügen transportiert und den verschiedenen Mahlwerken zugeführt. Nach dem Umbau erfolgte der Transport des Korns, der einzelnen Zwischenprodukte der Kornverarbeitung, bis zu den fertigen Mehlspezialitäten, alles ausschließlich mit großen Luftgebläsen. Diese pneumatischen Vorgänge waren schonender und effizienter als vorher mit den mechanischen Beförderungsmitteln.
1970 übernahm Ernst Siderits die Mühle von seinem Vater und betrieb sie bis zu seiner Pensionierung 1997 in der 3. Familiengeneration. Die Mühle ist heute noch immer in einem erstklassigen Zustand und der „Müllermeister“ bräuchte nur die Sicherungen einzuschrauben und könnte wieder alle Sorten Mehl produzieren. Leider hat die Globalisierung auch vor den Dorfmühlen nicht halt gemacht und die Wirtschaftlichkeit ist gegenüber riesiger Konzernmühlen nicht mehr gegeben.
Ernst Siderits betrachtet seine Mühle nur mehr als Schauobjekt, das er gerne gelegentlichen Besuchern oder interessierten Schülergruppen zeigt.

Alte Ansicht Teichmühle Mitterstockstallalte Ansicht

 

 

 

 

 

Mühlwerk Teichmühle MitterstockstallMühlwerk

Saubere Energie aus schöner Landschaft

Seit dem 1. März 1973, dem gleichen Tage, an dem der erste Maschinensatz des mittlerweile in Vollbetrieb stehenden Donaukraftwerkes Ottens­heim - Wilhering Strom in das österreichische Ver­bundnetz lieferte, arbeitete die Österreichische Donaukraftwerke AG im Hauptbauwerksbereich Altenwörth an der Errichtung dieser neuen und größten Energiequelle in Niedrigbauweise.
Ende April 1974 waren nicht weniger als 1700 Be­schäftigte an der Baustelle tätig. Die im Zuge der Arbeiten eingesetzte Maschinenleistung betrug mehr als 33.000 PS, rund 6,4 Millionen Kubik­meter Sand und Kies und über 1 Million Kubik­meter Schlieraushub wurden bei den Erdbewe­gungen bis zu diesem Zeitpunkt bewältigt. Die verbaute Betonmenge hatte bereits eine halbe Million Ku­bikmeter überschritten. Die Inbetriebnahme erfolgte 1976.

Im rechtsufrig angeordneten Krafthaus erzeugen neun Maschinensätze, bestehend aus je einer Kaplan- Rohrturbine und je einem direkt gekoppeltem Drehstromgenerator, "Strom aus dem Strom". Mit einer Nennleistung von 328 000 Kilowatt ist es das leistungsstärkste Donaukraftwerk und erzeugt rund 1 Sechstel des an der österreichischen Donau gewonnenen Stroms aus erneuerbarer Wasserkraft.

Ohne Zweifel brachte die Errichtung so großer Anlagen, wie dies die Donaukraftwerke der DOKW sind, landschaftliche Eingriffe während der Bau­zeit mit sich. Die Eingriffe in die Natur wurden jedoch nach Beendigung der Ar­beiten wieder behoben. Erfreu­licherweise haben aber die Donaukraftwerke mit ihren bisher verwirklichten Anlagen den Beweis erbracht, dass die Gewinnung sauberer Energie durchaus mit der Erhaltung, ja vielfach sogar Ver­schönerung des Landschaftsbildes Hand in Hand gehen kann: Nicht nur der Gestaltung des Hauptbauwerkes, sondern auch dem Naturschutz dien­lichen Maßnahmen in den Stauräumen wurde größ­tes Augenmerk zugewendet. Die enge Zusam­menarbeit der Planer und Bauingenieure mit den Fachleuten der Landschaftsgestaltung, die nicht nur denkmalpflegerische Aspekte sondern auch die Pflanzensoziologie berücksichtigten, garantierten zeitgemäßen Natur- und Landschaftsschutz im weitesten Sinne. Bei der Errichtung des Stauraumes wurde ein Bootshafen an der ehemaligen Traisen- Mündung angelegt. Die Neubauten wurden mit allen hy­gienischen Notwendigkeiten ausgestattet, Grün­anlagen entstanden, ja sogar neue Erholungsge­biete für die Anrainer und den Fremdenverkehr, staubfreie Straßen, Wasserleitungen und Klär­anlagen wurden geschaffen.

Donaukraftwerk Altenwörth Foto: pistipixel.atDonaukraftwerk Altenwörth

 

 

 

Turbine Donaukraftwerk Altenwörth Foto: pistipixel.atTurbine

Die keltische Baumreihe war ursprünglich der Oberstockstaller Kirchenweg. Ortsvorsteher Karl Groll verwirklichte seine Idee und pflanzte entlang des 1,5 km langen Fußweges Bäume, die dem alten keltischen Geburtshoroskop entsprechen. Erklärungstafeln veranschaulichen, wie der das keltische Baumhoroskop zu verstehen ist. Bei jedem Baum befindet sich eine Tafel mit der Erklärung der Eigenschaften der Menschen in Verbindung mit dem entsprechenden Baum.

Die große Naturverbundenheit der Kelten äußert sich sehr plastisch in ihrer Angst, der Himmel könne einstürzen, wenn die in der keltischen Glaubens­vorstellung das Himmelsgewölbe stützenden Bäume gefällt würden. Nicht gegen die Natur zu leben und sie auszubeuten, sondern mit ihr zu leben und von ihr zu lernen, war das Motto dieses alten Volkes.
Es lag daher nahe, die in der Natur gemachten Beobachtungen auf den Menschen zu übertragen. Man bezeichnete daher die Monate mit Pflanzennamen und stellte Parallelen in den Lebenszyklen von Baum und Mensch fest. Zu jedem Baum werden typische Eigenschaften vorgestellt. So lernt jeder seinen Lebens­baum und dadurch sich selbst- besser kennen.

KeltenwegKeltenweg

Der mittlerweile legendäre „Ötzi“, der Mann aus dem Gletschereis hat nun ein österreichisches Gegenstück, den Mann aus dem Lehm, den Kirchberger „Lössi“.
Der Garten der Familie Königshofer in Engelmannsbrunn wird auf einer Seite von einer sieben Meter hohen Lösswand begrenzt. Nach einem kleinen Erdrutsch, einige kleine Lehmbrocken lösten sich aus einer Lösswand, wurde ein Totenkopf sichtbar. Ein Verbrechen konnte vorerst nicht ausgeschlossen werden, die Gendarmerie wurde verständigt. Die Kriminalabteilung machte jedoch nach kurzer Untersuchung den Archäologen Platz. Die Menschenknochen dürften mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. aus der Karolingischen Zeit stammen. Das genaue Alter des menschlichen Skelettes wurde durch die Fachleute des Bundesdenkmalamtes nicht bestimmt. Fest steht, dass es sich um ein Kind von etwa 10 Jahren und einer Körpergröße von etwa 1,15 m aus der Zeit um 800 n. Ch. gehandelt hat. Der Bestand eines Gräberfeldes in Engelmannsbrunn wird eher ausgeschlossen, im näheren Umfeld wurden keine weiteren Grabstellen gefunden.

LössiLössi