Geschichte

Die Verlegung der Donau infolge des Kraftwerksbaues Altenwörth ließ, begünstigt durch den gleichzeitig herrschenden Niedrigwasserstand, einen im Flussschotter des alten Donauarmes am linken Ufer bei Stromkilometer 1980,670 eingelagerten Bodenfund von höchstem Seltenheitswert zutage tre­ten. Es handelte sich um ein histo­risches Donauhandelsschiff, beladen mit handwerklich erzeugten Eisenpro­dukten. Einige Fässer ragten etwa 30-40 cm hoch über das Niveau des Flussbettes empor. Leicht bewegliche Teile der Ladung waren nauwärts* in geringfügi­gen Entfernungen lose auf dem Flussschotter abgelagert; kleine Metallgegen­stände, wie Maultrommeln, Nägel, Scheren und Hobelmesser, lagen noch in einer Entfernung von 30 m stromab. Im Bereich der Umrisse des Schiffs­körpers fanden sich hingegen die gewichtigeren Güter: Neben der Drahtrolle und den Nägelfässern noch Schraubstöcke und gebündelte Bleche. Das vorliegende Schiff, mit einer ungefähren Länge von 15 m, muss sich auf Grund seiner Ladung eindeutig auf der Naufahrt* befunden haben.

Die Fundstelle liegt an der Außenseite der Stromkrümmung. Die aufgefundenen Säbelklingen ließen die Datierung auf das erste Drittel des 19. Jahrhunderts (spätestens wohl 1827) zu. Demzufolge konnte der Fund als Repräsentant der historischen Donauschifffahrt ange­sehen werden, die zu dieser Zeit ihren zahlenmäßig höchsten Stand erreicht hatte und ausschließlich auf Flößen oder flach gebauten hölzernen Schif­fen abgewickelt wurde, wie sie bereits Jahrhunderte vorher in derselben Form die Donauszenerie beherrscht hatten. Der dokumentarische Wert für einen so langen Zeitraum wurde, durch die Einmaligkeit des Fundes ­handelte es sich doch um den ersten Schiffsfund in Österreich, noch vervielfacht.

*nauwärts, Naufahrt – alte Schiffersprache, welche talwärts, Fluss abwärts, bedeutet

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