Bürgerservice

Walter Eder, Klärwart
Erich Gartner, Klärwart

Herbert Eder, Verwaltung
Josef Humer, Verwaltung

Tel.: +43 2279 2332 50
Tel. Kläranlage: +43 2279 29705
E-Mail: marktgemeinde@kirchberg-wagram.gv.at
E-mail Kläranlage: ka.altenwoerth@a1.net
Notruf: +43 676 5314706, +43 6769230088 
Adresse Verbandskläranlage: Dammstraße 20, 3474 Altenwörth

Die Sitzgemeinde Kirchberg hatte sich schon 1970 entschlossen, die anstehenden Abwässer in einer zentralen Kläranlage zu säubern und in gereinigtem Zustand wieder der Umwelt zu übergeben. Fäkalien und Oberflächenwässer wurden in zwei getrennten Kanalsystemen entsorgt. Im Lauf der Zeit wurden durch das stetige Anwachsen der Gemeinde und größere Schmutzlastfrachten die Anlagen zu klein.

Daher wurden 1992 mit Hilfe der NÖ Landesregierung Studien in Auftrag gegeben, Abwasserentsorgungsmöglichkeiten im Raum Kirchberg zu finden. Die Gemeinde Kirchberg entschloss sich, nach Abwägung aller Aspekte, zur Errichtung einer Großkläranlage und dem dazugehörigen Leitungsnetz. Um Kosten zu sparen und die Nutzung zu maximieren, wurde ein Verband gegründet, dem sich mehrere Großgemeinden anschlossen:

  • Kirchberg
  • Königsbrunn
  • Großriedenthal

Die Kläranlage wurde in der Großgemeinde Kirchberg, in der Katastralgemeinde Altenwörth errichtet und natürlich den Kapazitäten und Anforderungen gerecht dimensioniert. Am 26. Juni 1998 kam es zur Spatenstichfeier und nach nur 14 monatiger Bauzeit, am 1. Jänner 1999, war ein Probebetrieb der Anlage möglich. In der Verbandskläranlage des Gemeindeabwasserverbandes werden die Abwässer der Gemeinden Kirchberg am Wagram, Königsbrunn am Wagram und Großriedenthal gereinigt. Mit 1. Jänner 2014 ist die Marktgemeinde Absdorf dem Abwasserverband beigetreten. Die Abwasserentsorgung erfolgt im Trennsystem.
Das anfallende Abwasser wird über Ortskanäle und Gemeindepumpwerke in die 3 Verbandspumpwerke eingeleitet und von diesen über Transportleitungen zur Kläranlage gefördert. Dort wird es in die Kompaktrechenanlage, bestehend aus Feinrechen mit Rechengutverdichter, Rechengutwaschanlage, belüftetem Sandfang und Fettabscheider (Fabrikat Huber) zugeleitet. Von dort gelangt das nun mechanisch vorgereinigte Abwasser wahlweise in den Selektor oder in die SBR Becken.
Der Selektor kann aerob oder anaerob betrieben werden (Bio P. Entfernung).


Das SBR Verfahren

Mit dem SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reaktor) der Fa. BIOGEST erfolgt der gesamte biologische Abbauprozess (inklusive Nitrifikation, Denitrifikation und Schlammstabilisierung) einschließlich Belebung und Nachklärung in einem Becken.
Diese Technologie wird auch erfolgreich bei der Verbandskläranlage Altenwörth angewandt.
Die Ablaufwerte liegen derzeit weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten.
Das gereinigte Abwasser wird mittels Abzugvorrichtung in das Ablaufpumpwerk abgezogen und von dort über eine Druckleitung, unterhalb der Staustufe Altenwörth, in die Donau gepumpt.
Der anfallende Überschussschlamm wird in einen der 3 Schlammspeicher gepumpt und, nach Eindickung auf ca. 3 % Trockensubstanz, mittels Kammerfilterpresse unter Zugabe von Eisen(III)chlorid (FeCl³) und Kalk auf eine Trockensubstanz von ca. 35 % gepresst.
Der anfallende Klärschlamm wird von der Fa. Hydro Ingenieure Terracomp GmbH übernommen.


Ausbaustufen

Endausbau:      22.000 EGW,
Derzeitige 1. Ausbaustufe
Während der Weinkampagne:
17.000 EGW  (1.949 m³/d) ohne Schlammstabilisierung bzw.
11.000 EGW mit simultaner Schlammstabilisierung.
Außerhalb der Weinkampagne 8914 EGW (1.690) m³/d) mit simultaner Schlammstabilisierung.


Chemische Daten

BSB 5: max. 20 mg/l bzw. 95 % Mindestreinigungsleistung,

CSB: max. 75 mg/l bzw. 85 % Mindestreinigungsleistung,

Ammonium Stickstoff: max. 5 mg/l bei Abwassertemperaturen >8°C, Stickstoffentfernung: mindestens 70 bei Abwassertemperaturen (gesamtgebundener Stickstoff) >12°C,

Gesamt-Phosphor:  max. 1 mg/l.


Technische Daten

Anlagenteile 1. Ausbaustufe: 

Betriebsgebäude mit Werkstätten und Garagen
Kompaktrechenanlage
Selektor 165 m³ Volumen
4 SBR Becken  6.864 m³ Gesamtvolumen
3 Drehkolbengebläse (SBR Becken) 1 Drehkolbengebläse (Selektor)
3 Schlammspeicher 1.650 m³ gesamt Volumen
Kammerfilterpresse
Fäkalübernahmestation
Fäkalspeicher 250 m³ Volumen
Biofilter (Abluftbehandlung)
Brunnen
zwei stationäre und zwei mobile Notstromaggregate
Ablaufpumpwerk
3 Verbandspumpwerke
Transportleitungen
4.400 lfm Freispiegelkanal (DN 300 bis DN 400)
9.110 lfm Druckleitung (DN 200 bis DN 300)


Photovoltaikanlagen Kläranlage Altenwörth

Projektbeschreibung:
Die PV-Anlage dient der Erzeugung von elektrischer Energie aus einer erneuerbaren Energiequelle. Als Primärenergieträger kommt dabei Sonnenenergie zum Einsatz. Die Montage der PV-Module erfolgte auf den Gebäuden der Kläranlage GAV-Wagram-Nördliches Tullnerfeld. Die PV-Anlage wird im Netzparallelbetrieb ausgeführt. Die Überschusseinspeisung erfolgt dreiphasig in den Hauptverteiler der Kläranlage. Das heißt der überwiegende Teil der erzeugten elektrischen Energie wird für den Eigenverbrauch der Kläranlage genutzt.
Die Module wurden mittels Dachhacken direkt mit der Dachkonstruktion verschraubt. Die Modulneigung beträgt zwischen 35° und 37°, die Ausrichtung ist südöstlich, Östlich und Westlich, der erforderliche Flächenbedarf beträgt 270m².
Im Wechselrichter erfolgt die Umwandlung der elektrischen Energie von Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom. Die Wechselrichter sind in den Technikräumen der Kläranlage aufgestellt. Die Verschaltung der PV-Module erfolgte zu je zwei Strings, die Solarkabel sind in einem entsprechenden Schutzrohr verlegt. Sicherheitseinrichtungen wie Feuerwehrschalter und Not-Aus Taster beim Zugangsbereich ermöglichen eine Freischaltung der DC-Leitung.

Kenndaten:
Anzahl der Module: 168 Stk., Fabrikat Jinko Solar
Leerlaufspannung Modulstrang: 810,6 V
Nennleistung (gesamt): 46,20 kWp
Enpassleistung: 40 kW
Montagart: Dachparallel mit einer Neigung von 35° und 37°
Wechselrichter: 2 Stk., Fabrikat Fronius
Einspeisepunkt: Hauptverteiler Kläranlage

Den aktuellen Anlagenstatus und Monatsdaten können Sie hier einsehen  >> Monitor öffnen