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Nektar und Honigtau
Honig wird nicht nur aus Nektar gewonnen: Wald- und Tannenhonige stammen aus Honigtau, den die Bienen von Nadeln und Blättern der Bäume sammeln. Beide Grundstoffe, sowohl Nektar als auch Honigtau sind zuckerhaltige Säfte der Pflanzen (= Siebröhrensäfte).
Nektar
Nektar ist ein süßes Sekret aus den Nektardrüsen der Blütenpflanzen, z. B. Wiesenblumen, Heckensträucher und Baumblüten.
Honigtau
Die zuckerhaltigen Ausscheidungen verschiedener Insekten, z. B. Rinden- oder Schildläuse werden Honigtau genannt. Diese Pflanzensauger durchstechen die Rinde von Bäumen, saugen den Siebröhrensaft und scheiden überschüssigen Saft wieder aus. Dieser Saft der Honigtau fällt auf Blätter, Nadeln und Zweige, von wo ihn die Bienen aufsammeln. Bei günstigen Wetterbedingungen sondern die Insekten in einem Hektar Wald ca. 300 400 Liter Honigtau ab.
Kunsthonig
Kunsthonig ist die alte Bezeichnung für Invertzuckercreme. Er wurde in früheren Zeiten als Ersatz für Honig verwendet.
Als Invertzucker bezeichnet man ein Gemisch aus gleichen Teilen Trauben- und Fruchtzucker, das auch in Honig vorkommt; der Name stammt daher, dass Invertzucker im Vergleich zu Saccharose (Rübenzucker) durchlaufende polarisierte Lichtwellen in Entgegengesetzter (invertierter) Richtung dreht.
Dieser industriell hergestellte Zucker wird durch Anreicherung mit Stärke-Zucker oder Stärkesirup zu einer Creme weiterverarbeitet. Außerdem ist die Zugabe von Honig zur Aromatisierung und von zugelassenen Farbstoffen erlaubt. Beträgt der Honiganteil mehr als 10%, so muss die zugefügte Menge in % ausgewiesen werden. Die Invertzuckercreme ist hellgelb bis bräunlich und hat bei Zimmertemperatur eine dickflüssige bis feste Beschaffenheit.
Abbildungen von Bienen auf Invertzuckercreme - Packungen sind verboten, auch wenn Invertzuckercreme mit Bienenhonig gemischt ist.
Die Creme wird hauptsächlich wegen ihrer Härteeigenschaften beim Auskristallisieren während der Abkühlung bei der Herstellung von Lebkuchen und als Pralinenfüllung verwendet.
Türkischer Honig
Türkischer Honig (türk. Sade lokum) ist eine aus Wasser, Zucker, Reismehl und Zitronenaroma zubereitete Süßware.
Türkischen Honig gibt es oft auf Jahrmärkten zu kaufen.
Met
Met ist ein vergorenes alkoholisches Getränk aus Honig, Wasser und Hefe. Met wird oft auch Honigwein genannt. Er kann bis zu 15 Vol.-% Alkohol enthalten.
Bemerkenswert ist die Verbreitung des Wortstammes *medhu- in vielen indogermanischen Sprachen:
Im Slawischen bedeutet „med“ Honig.
„Miel“ ist sowohl das spanische als auch das französische Wort für Honig.
In allen indogermanischen Sprachen bildet der Wortstamm den Ursprung für Rausch.
„Madhu“ steht im Sanskrit sowohl für einen süßen, berauschenden Trank als auch für Honig.
Deutsch Met geht ebenfalls auf „medhu“ - zurück.
Sowohl im Schwedischen, Dänischen und Norwegischen bezeichnet man den Met als „mjöd“.
Blütenpollen
Zum Nektarsaugen kriechen die Bienen tief in die Blüten. Dabei bleiben Pollen am feinen Haarkleid der Bienen hängen und werden dann von den Bienen mehr zufällig mit eingeschleppt. Dieser Pollen ermöglicht später eine genaue Herkunfts- und Sortenbestimmung des jeweiligen Honigs. Pollen wird aber auch absichtlich gesammelt, da er den Bienen als Proteinquelle dient. Während des Fluges transportieren die Bienen den Blütenstaub in Mulden an den Hinterbeinen, den so genannten „Körbchen“. Dies geschieht durch schnelle Bewegungen der feinen Kämme und Bürsten an ihren Beinen. Die Bienen machen den Pollen mit etwas Nektar klebrig, so dass er in dicken Klumpen an ihnen hängt. Diese sog. „Pollenhöschen“ streifen die Bienen im Stock ab und lagern sie in einem „Pollenkranz“ rund um das Brutnest ein oder in separaten Waben, den sog. „Pollenbrettern“. Ein Bienenvolk kann ein bis zwei Kilogramm Pollen pro Tag sammeln. Die Pollenfarbe hängt von der beflogenen Pflanze ab und kann sehr verschieden sein, z. B. weiß, gelb, grün, braun, schwarz, orange, etc.
Der Pollen wird von Samenpflanzen zur geschlechtlichen Fortpflanzung produziert. Ein Pollenkorn enthält den haploiden Teil des Erbguts einer Blütenpflanze.
In den bedecktsamigen Pflanzen werden die Pollen in Blüten produziert, bei den Nacktsamern spricht man von Zapfenblüten.
Pollen werden vom Wind, Wasser, Insekten, Vögeln oder anderen kleinen Tieren verbreitet. Manche Pflanzen (z.B. die Orchideen) haben eine enge Symbiose mit einer Insektenart entwickelt, so dass das Aussterben der Pflanze das des Insektes mit sich zieht.
Gelée Royale
Gelée Royale, auch Weiselfuttersaft genannt, ist in erster Linie Futter für die Königin. Gewöhnliche Bienenlarven werden nur drei Tage mit Gelée Royale gefüttert und dann auf „Diät gesetzt“, die Königinnen bekommen es ihr ganzes Leben lang. Die Gewinnung ist sehr aufwändig Gelée Royale daher entsprechend teuer. Der Imker baut zu diesem Zweck eine Königinnenzucht auf: er hängt extra viele, künstlich produzierte Weiselzellen (Königinnenzellen) mit Arbeiterinnenlarven in den Bienenstock. Die Larven werden von den Bienen akzeptiert und entsprechend reichlich mit Gelée Royale gefüttert. Nach ca. drei Tagen entfernt der Imker die Larven und erntet das Gelée Royale.
Mit diesem Kopfdrüsensekret werden die Bienenlarven während den ersten drei Larvenstadien gefüttert. Die Arbeiterbiene erhält danach vermehrt nur noch Pollen und Honig. Die Weisellarve hingegen wird bis zum Ende mit Weiselfuttersaft im Überfluss gefüttert.
Der Saft enthält u.a. Kohlenhydrate, Eiweiß, B-Vitamine und Spurenelemente.
In spezialisierten Imkereien wird der Gelee Royale als Ausgangsstoff für pharmazeutische Präparate gewonnen. In einer Bienensaison kann der Imker ein Volk dazu bringen, ca. 500 g dieses besonderen Saftes zu produzieren. Um den Futterstoff isolieren zu können, müssen die Königinlarven nach drei Tagen entfernt werden.
Gelee Royale gilt rechtlich als Lebensmittel. Ihm werden, besonders bei altersbedingten Verschleißerscheinungen, gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. (Siehe hierzu auch den Artikel über Propolis.)
Propolis
Propolis stellt die Biene selbst aus dem Harz bestimmter Bäume und eigenen Fermenten her. Mit diesem Kittharz schützen sie ihren Stock vor Krankheitserregern, denn es wirkt wie ein natürliches Desinfektionsmittel gegen Bakterien, Viren oder Pilze. Die Bienen glätten damit Unebenheiten, Ritzen und Spalten im gesamten Stock. Auch Fremdkörper, wie tote Eindringlinge, die zu groß zum „Herausschmeissen“ sind, werden mit dem Harz überzogen, um sie zu mumifizieren. So können derartige Fremdkörper nicht zur Infektionsquelle werden. Schon die alten Ägypter kannten und schätzten die Wirkung von Propolis, denn sie nutzen es zum Einbalsamieren ihrer Mumien. Heute gibt es zahlreiche Produkte mit Anteilen von Propolis, die innerlich und äußerlich bei den verschiedensten Problemstellungen angewendet werden. Menschen mit einem hohen Allergiepotential sollten mit diesen Mitteln sehr vorsichtig umgehen und möglichst vorher einen Arzt zu Rate ziehen.
Propolis wird von Bienen aus Knospen und teilweise aus der Rinde verschiedener Bäume (hauptsächlich Birken, Buchen, Erlen, Fichten, Pappeln, Rosskastanien und Ulmen) gewonnen. Es handelt sich um ein Kittharz, das für den Bau des Bienenstocks, zum Abdichten verwendet wird.
Mit Propolis werden einerseits Spalten, Ritzen und Eingänge verklebt, andererseits dient das Material auch dazu Bakterien und Pilze, die in den Stock eingeschleppt werden könnten, abzutöten.
Wegen dieser Eigenschaften wird Propolis von den Imkern aus dem Bienenstock gewonnen und meist in Form von Lösungen für die Alternativmedizin und Naturheilkunde verwendet. Nach einer im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture veröffentlichten Studie der Universität von Zagreb von 2004, zeigten Versuche an Mäusen, bei denen künstlich Krebstumore erzeugt wurden, dass Propolis das Wachstum schon bestehender Tumore zu hemmen vermag. Die Forscher testeten auch andere Bienenprodukte, die sich - zumindest bei den Versuchstieren - ebenso als wirkungsvoll bei der Vorsorge oder Behandlung von Krebs erwiesen. Honig und Gelee Royale scheinen nützlich für die Krebsvorsorge (u.a. Hemmung von bösartigen Geschwüren bzw. deren Ausbreitung), Bienengift, das direkt in Tumore injiziert wurde, ließ die Geschwülste schrumpfen und wirkte im weiteren Verlauf deutlich wachstumsverzögernd. Propolis wurde auch schon bei Mumien in Ägypten zum Einbalsamieren verwendet.
Zusammensetzung:
55% Harz und Pollenbalsam
30% Wachs
10% Öle
5% Pollen
Bienenwachs
Das Bienenwachs ist neben Honig und Propolis eines der bedeutendsten Bienenprodukte. Die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Bienenwachs war seit alters her ein begehrter Rohstoff für gut brennende Kerzen, weswegen die Bienenhaltung auch besonders von Seiten der Kirche gefördert wurde. Auch im Möbelbau, bei der Versiegelung von Holzfußböden, bei der Herstellung von Polituren im Musikinstrumentenbau, in der Kosmetik und nicht zuletzt bei künstlerischen Gestaltungen vielfältigster Art wurde und wird dieser natürliche und typisch duftende Stoff eingesetzt.
Bienenwachs (lat. Cera Flava) ist ein von Bienen abgesondertes Wachs, das von ihnen zum Bau der Bienenwaben genutzt wird. Gereinigt und weiß gebleicht kommt es als Cera alba in den Handel.
Bienenwachs besteht aus Myricin (Anteil ca. 65 Gew-%), einem Gemisch von Estern langkettiger Alkohole und Säuren, das von Palmitinsäure-Myricyl-ester C15H31-COOC31H63 dominiert wird, daneben freier Kerotinsäure C25H31-COOH, Melissinsäure und ähnlicher Säuren (12%), gesättigter Kohlenwasserstoffe (ca. 14%), Alkohole (ca. 1%) und andere Stoffe (wie z.B. bienenartspezifische Aromastoffe) (6%).
Bienenwachs ist in Alkohol löslich. Es hat eine Dichte von 0.95 bis 0.965 g/cm3. Die Fett-Titrationswerte betragen für die Säurezahl, Esterzahl und Peroxidzahl: 18-23, 70-80, >8.
Bei 62 °C bis 65 °C wird Bienenwachs flüssig und kann so von den Fasern etwa eines Kerzendochts aufgenommen werden, wo es durch den Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft unter Licht- und Wärmeabgabe verbrennt. Als Ausgangsmaterial für die Kerzenherstellung wurde es weitgehend vom preiswerten Stearin und Paraffin verdrängt.
Der Lebensmittelzusatzstoff Bienenwachs trägt es die Bezeichnung E 901.