Imker
Imker ist die Bezeichnung für einen Tierwirt, der sich mit der Haltung und Züchtung von Honigbienen, sowie der Gewinnung und Vermarktung der Bienenprodukte beschäftigt. Der Imker bietet seinen Bienenvölkern geeigneten Raum, in dem die Bienen ihr Brutnest geschützt vor Witterungseinflüssen und den Eingriffen anderer Tiere aufbauen können und wo er den von den Bienen eingelagerten Bienenhonig effizient ernten kann.
Die Bedeutung der Imkerei besteht für die Landwirtschaft darin, Blüten von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zu bestäuben, um deren Ertrag zu optimieren, und für die Nahrungsmittelwirtschaft darin, Bienenhonig zu produzieren.
Berufsimker
Cirka 250 Betriebe betreiben die Imkerei im Haupterwerb. In Österreich wird vergleichsweise viel Honig verzehrt (ca. 1,4 kg / Kopf und Jahr). Eines der wesentlichen Probleme der Imkerei ist der Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter der Imker in Österreich liegt bei knapp 60 Jahren. Ein weiteres großes Problem in der Imkerei ist das abnehmende Blütenangebot, d.h. Trachtquellen für Bienen, sowie die Überdüngung und Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft.
In Kirchberg lebt und arbeitet einer der ca. 250 hauptberuflichen Imker Österreichs. Seit 1980 lebt Stefan Wiedl (Facharbeiter und Meister) von der Imkerei und dem Honighandel. In der Zeit als Honighändler setzte der Betrieb jährlich 26 Tonnen Honig um. Heute vermarktet der, seit dem Jahr 2000 biolizenzierte Imker, nur mehr seine eigenen Imkereiprodukte. Stefan und Gabriele Wiedls 240 Bienenvölker liefen ca. 40 kg Honig je Volk und Jahr (abhängig der Ertragslage und Volksstärke), was ein ungefähres Gesamtgewicht von 5 8 Tonnen jährlich ausmacht. Weitere Erträge erwachsen aus den 120 Begattungskästen für Bienenzucht und jährlich anfallenden 200 Königinnen inklusive der künstlichen Befruchtung. Und natürlich, last not least, alle Arten von Nebenprodukten der Imkerei, wie: Naturwachs, Propolis, Met, ….
Von den beschriebenen Leistungen gehen 2/3 in den Export nach Deutschland und in die Schweiz. Ein besonderer Kunde ist das Saudiarabische Königshaus oder aber auch die Schweizer Feinkosthandelskette Globus mit ca. 2 Tonnen Honig im Jahr.
Unter Anderem war Stefan Wiedl Gründungsmitglied der EPBA (European Professional Beekeepers Association) und Vizepräsident des Österreichischen Erwerbimkerverbandes.
Als biolizenzierter Imker darf der Betrieb zur Bekämpfung der Varroa Milbe lediglich Thymianöl verwenden, das keine chemischen Rückstände in den Produkten hinterlässt. Aus diesem Grund ist Herr Wiedl auch Züchter einer kleineren Bienenrasse, welche resistent gegenüber der Milbenlarven sind.
Seine einzige wirkliche Sorge um die Imkerei beschreibt Stefan Wiedl so: “Es finden sich keine Lehrlinge, die den Beruf der Imkerei ausüben wollen. Nur in Polen kann die Fachschule mit Ingenieurtitel abgeschlossen werden und in Österreich ist nur die Ausbildung zum Facharbeiter und Imkermeister möglich. Trotzdem fehlt es an einheimischen Nachwuchskräften“. In Österreich, aber hier speziell hier im Wagramland, findet der Imker eine der besten ökologischen Voraussetzungen zur Ausübung seines Berufes.
Imkerei Wiedl
Scheigergasse 9
3470 Kirchberg am Wagram
Tel.: 02279 / 2688
Mail: sg.wiedl@gmx.at
Nebenerwerbsimker - Hobbyimkerei
Imkerei als Hobby ist eine nicht alltägliche Beschäftigung mit Bienen in und mit der Natur.
Sie ist eine ganzheitliche Aufgabe mit anspruchsvollen praktischen und theoretischen Aspekten. Viele Imker sind handwerklich veranlagt und neugierig.
Die Bienenhaltung berührt sehr viele Bereiche und stellt den Imker vor immer neue Aufgaben und Herausforderungen. Abgesehen vom direkten Pflegeaufwand für die Bienen, kann der Umfang der Aktivitäten der aktuellen Situation gut angepasst werden.
Neben den unvermeidlichen Ausgaben bietet die Imkerei den Vorteil, dass sich auch Einnahmen erzielen lassen. Satte Gewinne sind allerdings nicht in Aussicht.
Nach der Entscheidung für die Bienenhaltung ist die Wahl des Beutentyps und des Wabenmaßes die weitest reichende Entscheidung. Spätere Wechsel sind langwierig, umständlich, teuer und vor allem unnötig. Die Wahl der Beute ist in der Regel eine Entscheidung für eine bestimmte Betriebsweise. Sie legt den konkreten Arbeitsaufwand und auch den Bedarf an bestimmten Investitionen (z.B. Bienenhaus) fest.
Also wehe dem, der einfach ohne detailliert vorbereitete Entscheidung die Ausrüstung eines alten Imkers übernimmt. Selbst geschenkt kann das sehr teuer werden. Man denke auch an Behandlungsmittelrückstände und die Ansprüche an die eigene Betriebsweise.
Man beachte auch das Wabenmaß der Nachbarimker und Vereinskollegen. Kompatibilität hat stets Vorrang. Nur so ist Hilfe und Zusammenarbeit sinnvoll möglich.
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in die Imkerei
Die Entscheidung, mit der Imkerei zu beginnen, sollte wohl bedacht sein. Es ist in Österreich zwar keine juristische Bedingung daran geknüpft, aber über die grundlegenden Anforderungen sollte man sich voll im Klaren sein.
Obwohl nicht domestiziert, bedarf ein Bienenvolk regelmäßig und manchmal auch mehrfach in der Woche gezielter Eingriffe. Bei der Königinnenzucht sogar auf Tag und Stunde genau. Die Prioritäten gegenüber anderen Aktivitäten beruflich und Privat müssen hier klar gesetzt sein, sonst ist ein Erfolg in der Imkerei nicht möglich.
Für die Beuten und Gerätschaften ist eine gewisse Summe zu veranschlagen, die schnell auf mehrere tausend Euro anwachsen kann. Diese Ausrüstung hält in der Regel sehr viele Jahre. Doch der Einstand ist einfach zu Beginn fällig.
Für die Aufstellung der Bienenstöcke benötigt man ein geeignetes Grundstück. Grundbesitz ist nicht notwendig, aber sehr praktisch. Man achte auf eine gute Zufahrt und Absicherung gegen zufälliges Betreten. Vandalismus wegen Neugier und Ignoranz darf nicht unterschätzt werden. Ein Bienenhaus, in Deutschland sehr beliebt, ist nur bei bestimmten Betriebsweisen bzw. Beutentypen notwendig.
Für die Lagerung der Gerätschaften und das Schleudern ist ebenfalls ein geeigneter Platz erforderlich. Die Küche und andere von der Lebensgemeinschaft oder Ehefrau mitbenutzen Lokalitäten sind nur im Ausnahmefall verwendbar, da sozialer Stress zwangsläufig die Folge ist.
Die Ausbildung erfolgt in der Regel durch oder über die Vereine. Auch Institute bieten Lehrgänge an. Die praktische Unterstützung eines aktiven Imker ist von ausschlaggebender Bedeutung für einen erfolgreichen Start, ersetzt aber nicht die eigenständige Lektüre der einschlägigen Fachbücher. Die staatliche Ausbildung zum Tierwirt Fachrichtung Bienenhaltung dauert drei Jahre.
Kainberger Walter
Imker des Jahres 2010
Dörfl 55
3470 Kirchberg am Wagram
Tel.: 02279 3202
www.wagramhonig.at
Becker Franz
Pappelweg
3470 Kirchberg am Wagram