Alchemistenmuseum

Das Alchemistenmuseum befindet sich in Kirchberg am Marktplatz im „Alten Rathaus“.
Öffnungszeiten: Samstags von 14 – 17 Uhr oder nach Voranmeldung:
Tel.:     +43 2279 2332
Tel.:     +43 2279 29763 Dr. Sigrid von Osten
Fundstelle Schloss Oberstockstall täglich


Alchemisten und Probierer in Kirchberg „ob Wien"
Ein Fundinventar des 16. Jahrhunderts aus Niederösterreich
In einem Nebenraum der zum Schloss Oberstockstall gehörenden Kapelle wurde im Jahre l980 durch Zufall das Inventar eines alchemisch - metallurgischen Laboratoriums aus der 2. Hälfte des l 6. Jahrhunderts entdeckt. Dieser Fund ist eine chemie- und kultur­geschichtliche Sensation.
Umfang und Geschlossenheit des Fundkomplexes bieten die einma­lige Gelegenheit, ein durch Realien abgesichertes Bild der Tätigkeit eines Renaissance Alchemikers zu erhalten, wie sie z.B. bei Agricola, Ercker oder Libavius beschrieben wird.
Was nach der Zusammensetzung des Laborinventars geschlossen werden konnte, wird durch die laufenden archäometrichen Untersu­chungen bestätigt, nämlich, dass nach den verschiedenen damals bekannten Methoden versucht wurde, Gold „zu machen" bzw. zu gewinnen, das heißt in diesem Fall mit Hilfe z.B. der Kupellation, der Zementation, des Amalgamationsverfahrens, und dass an der Opti­mierung dieser Verfahren gearbeitet und auch auf dem Gebiet der Destillationsverfahren geforscht wurde. Dass auch Transmutationen versucht wurden, ist anzunehmen, lässt sich aber an dem archäologischen Material allein nicht ablesen.


in Alchemistenlaboratorium aus  dem 16. Jahrhundert:
Das Inventar von Oberstockstall (Kirchberg am Wagram/NÖ)
Mit seinen über 1000 Objekten ist der Fundkomplex von Oberstockstall, ausgegraben 1980, das umfangreichste Inventar dieser Art. Wie die ar­chäologischen Befunde zeigen, handelt es sich um einen "geschlos­senen Fund": Das heißt, alle Objekte sind zur gleichen Zeit an dieser Stelle (in einer großen Grube) deponiert worden.
Der Fundkomplex enthält das volle Spektrum der Geräte, die in diesem Laboratorium in Verwendung standen, und nicht Laborabfalle, die suk­zessive entsorgt wurden. Die chemischen Rückstände und die Spuren der Benutzung, die an allen Objekten erhalten geblieben sind, machen dieses Inventar auch für die (al)chemiehistorische Forschung besonders wertvoll. Das Inventar bietet Einblick in einen Arbeitstag in diesem Labo­ratorium, man kann einem Renaissance – Alchemiker sozusagen „über die Schulter schauen".

Wenn man zum Vergleich die zeitgenössische Fachliteratur oder die Verzeichnisse aus historisch – archivarisch belegten Laboratorien heranzieht, muss dieses Laboratorium hervorragend ausgestattet gewesen sein.
Die Labor- und sonstigen technischen Geräte sind hauptsächlich aus Keramik und Glas, aber auch aus Metall und anderen Materialien. An keramischen Geräten gibt es unter anderem Alembiks, Glockenhelme, Aludeln, Retorten,     Cucurbiten, Blasen   und Schmelzgefäße, Muffeln und verschiedenes Zubehör zu den Laboratoriumsöfen, wozu auch zwei Blattkacheln mit alchemistischen Motiven gehören. An Glasgeräten gibt es Alembiks, Schalen, Destillierkolben und Phiolen, Deckel und Flaschen, aus Metall Kol­ben, Schaber, Unterlagsplatten und Folien, Drähte, ein Sieb, Röhren, eine Buchschlie­ße. Besonders umfangreich ist das schmelztechnische Inventar wie Schmelztiegel. (über 300), Probierscherben, Kupellen und Aschkupellen (an die 100). Dazu kommen Mineralien          und Erzproben, die allesamt  Edelmetall führend sind.
Nichts an diesem Inventar ist zufällig. Viele der Geräte passen in ihren Maßen zusammen und können zu Destillations- und Sublimationsapparaturen zusam­mengesetzt werden.
Bemerkenswert ist, dass Gerätschaften, die gleichen Verfahren zugeordnet werden können, durchaus aus verschiedenen Materialien hergestellt sind und dass auch bei gleichen Formen die Oberflächen in unterschiedlicher Weise behandelt wurden. Das zeigt, dass die Problematik der Kontaktoberflächen bei chemischen Prozessen bekannt gewesen ist. So gibt es zum Beispiel Destillierkolben aus Keramik mit geglätteter In­nenoberfläche, aus Glas, aus Eisen, Kolben und Retorten mit stark geriefter und damit vergrößerter Innenoberfläche, dazu beschichtet mit feinem Quarzmehl.
Auch um Lichtschutz hat man also gewusst: Die Flaschen aus olivfarbenem bis braunem Glas dürften zur Aufbewahrung von organischen Stoffen, wie Essenzen, Extrakten und Composita verschiedener Art, verwendet worden sein.
Zieht man in Betracht, dass sowohl die Cucurbiten und Retorten, als auch die Probier­scherben, die Kupellen und die Schmelztiegel mehrfach benutzt werden konnten, und wenn dazu noch die etwa 100 vorhandenen Aschkupellen gerechnet werden, hat es sich hier um ein Großlabor gehandelt. Die Annahme von mindestens zwei großen Destillieröfen, in der Art des Faulen Heintzen oder Henricus piger, ist sicher gerecht­fertigt.
Diese Rückstände geben auch Aufschluss über die Aufgaben dieses Laboratoriums: Es war nach dem Stand der bisherigen Forschungen und im Vergleich mit der zeitgenös­sischen Fachliteratur zum Berg- und Hüttenwesen, zur Probierkunst und zur Kunst der Destillation ein High-Tech-Labor des 16. Jahrhunderts. Nachweisbar sind alle damals  gängigen chemischen Verfahren wie Destillation,  Sublimation, Deszension,            Kupella­tion, verbleiendes Schmelzen, Scheiden im Guß, Scheiden durch die Quart, Zementa­tion, Amalgamationsverfahren. Die gleichen Verfahren wurden auch bei der Erzeu­gung von Arzneimitteln und chemiatrischen Präparaten angewendet.
Das Laboratorium von Oberstockstall dürfte auch ein Forschungslaboratorium ge­wesen sein. Die Destillier- und Sublimierhelme verschiedener Formen, aus unter­schiedlichen Materialien (Keramik und Glas), mit verschiedenen Oberflächen (gla­siert, grün oder braun, unglasiert, mit geglätteter, stark geriefter und rauer Ober­fläche), zeigen, dass hier auf diesem Gebiet geforscht wurde.
Es war ein Probierlaboratorium zur Untersuchung von Metall-Legierungen und Münz­metall und Erzproben, möglicherweise wurden auch Auftragsarbeiten durchgeführt. Wie die archäometrischen Untersuchungen zeigen, scheint hier an der Optimierung von Verfahren gearbeitet worden zu sein.
Dass in diesem Laboratorium auch nach dem Elixier oder nach dem Stein der Weisen gesucht wurde und auch alchemistische Transmutationen versucht wurden, das heißt, die Umwandlung unedler in edle Stoffe, und das vornehmlich von Quecksilber und Blei in Silber und Gold, lässt sich am archäologischen Material und an den chemischen Rückständen nicht ablesen, darf aber wohl angenommen werden. Nach dem Materie­verständnis des 16. Jahrhunderts, dem die „Vier – Elemente – Lehre“ des Aristoteles zu Grunde lag, waren Transmutationen denkbar, wenn auch mit den damals zur Verfü­gung stehenden Methoden nicht machbar. Das Gold und das Silber, das in den Schmelztiegeln und Aschkupellen von Oberstockstall vorhanden ist, wurde auf solider metallurgischer Basis gewonnen.


Der Fundort
Fundort ist das Schloss Oberstockstall, Kirchberg am Wagram, in Niederösterreich, nördlich der Donau, ca. 50 km westlich von Wien. Die Entdeckung dieses Fundkomplexes ist dem Eigentümer von Schloss Oberstockstall, Fritz Salomon, und dessen damals 10jährigem Sohn zu verdanken. Der war wieder ein­mal in dem alten Gemäuer auf Schatzsuche gegangen und hatte entdeckt, dass sich in der so genannten Sakristei, einem von der Schlosskapelle aus zugänglichen Raum, ei­nige Fußbodenziegel gesenkt hatten. Nach deren Entfernung stieß er auf einen Hohlraum, angefüllt mit Keramik- und Glasbruchstücken, teilweise auch ganzen Ge­fäßen, mit Holzkohle, Erdmaterial und Ziegel- und Bauschutt. Die Kapelle im gotischen Stil wurde 1310 - 1320 erbaut, der anschließende Gebäudekom­plex, das ehemalige Repräsentationsgebäude, nach 1327. Dort hinein wurden die "Sa­kristei" und der darüber liegende Raum gebaut, zugänglich über eine gemauerte Treppe. Beide Räume bilden eine Einheit, die im Zuge des urkundlich belegten Umbaus von 1548 errichtet wurden und die als Laboratorium konzipiert waren. Die Mächtig­keit der Mauern und die Kompaktheit des noch erhaltenen Gewölbes deuten darauf, dass hier explosions- und feuersichere Räumlichkeiten für einen besonderen Zweck geschaffen wurden. Ein Türstock im oberen Raum konnte per Jahrring-Analyse auf 1549 datiert werden.


Historischer Hintergrund
Heute erscheint Oberstockstall etwas abgelegen, und es stellt sich die Frage, warum es gerade hier ein derart großes und hervorragend ausgerüstetes Laboratorium gegeben hat. Ganz so unbedeutend war Oberstockstall im 16. Jahrhundert nicht. Die Urpfarre St. Stephan ob Wachrain (Kirchberg) gehörte dem Domkapitel Passau und Schloss Oberstockstall war der Pfarrhof zu Kirchberg am Wagram. Es war Sitz der meist adli­gen Domherren aus Passau und außerdem Sitz der Grundherrschaft des Domkapitels, das im Wagramland umfangreiche Besitzungen hatte. Mit dem Amt des Pfarrherrn in Kirchberg war auch das Amt des Oberkellerers des Bistums Passau in Österreich ver­bunden.
Im 16. Jahrhundert sind die bedeutendsten Pfarrherren von Kirchberg die Herren von Trenbach. Christoph von Trenbach hatte die Pfarre von 1538 bis zu seinem frü­hen Tod 1552 inne. Auch als Domprobst blieb er weiter in Kirchberg. Er starb unter etwas mysteriösen Umständen in seinem Pfarrhof Oberstockstall, angeblich an der Pest, aber wahrscheinlicher an einem Arzneimittel dagegen. Er hinterließ beträchtliche Schulden in der Höhe von 22.000 Gulden, davon allein 4.000 fl. bei dem Kremser Apotheker und Arzt Dr. Wolfgang KappIer, "in Alchemistenkreisen kein Unbekannter". Bislang fehlen alle historischen Hinweise auf das Laboratorium in Oberstockstall, bis auf eine Nennung an einer zunächst etwas abgelegen scheinenden Stelle, die jedoch beweist, dass es sehr bekannt gewesen sein muss. Der kleine alchemistische Betrüger Michael Polhaimer, der aus Braunau am Inn stammte, sagte 1595 bei seinem Verhör in Weikersheim an der Tauber aus, dass er in "Kirchberg, 7 meil ober Wien" bei dem Domherrn Sigmund Friedrich Fugger ein dreiviertel Jahr "gekunstelt" habe. Offen blieb bisher, warum das Inventar „entsorgt" wurde. Die große Anzahl von Schmelztiegeln und Aschkupellen deutet auf eine Katastrophe. Sie wurden nach zeitgenössischen Zeugnissen normalerweise wieder aufbereitet, um das infundierte Edelmetall zurück zu gewinnen und auch das bei der Kupellation von den Aschkupellen aufgenommene Bleioxid.
Damit käme für den Zeitpunkt der Deponierung des Laboratoriumsinventars unter Umständen das Neulengbacher Beben vom September 1590 in Betracht, mit einer Bebenstärke von 8 bis 9 nach Mercalli-Sieberg im 25 km entfernten Epizentrum, oder sie hängt mit dem Tode des Viktor August Fugger 1586 zusammen. Die Deponierung des Inventars bedeutet aber keineswegs die Auflassung des Laboratoriums.


Alchemistenmuseum  


Dr. Sigrid von Osten  


Schlosskapelle Gut Oberstockstall  


Ofen im Museum  


Wappen über Türeingang  
Schloss Oberstockstall  



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Damiansche Stiftung

Der Stifter, Jakob Damian, wurde am 2. Juni 1682 in Kirchberg Wagram geboren und starb 23. Dezember 1763 als reicher Handelsmann in Wien. Er war in unserem Marktflecken ein sehr erfolgreicher Leinwandhändler auf dem Haus Marktplatz 8 (Volksbank).
Als der obige Jakob Damian das vierzigste Lebensjahr überschritten hatte, wurde ihm der wirtschaftliche Rahmen unseres kleinen Marktfleckens zu eng und er verzog nach Wien. Dort war er in der wirtschaftlichen Blütezeit, die auf die Türkenkriege ­gefolgt war, wieder sehr erfolgreich. Er erinnerte sich, inzwischen 48 geworden, gerne an seinen idyllischen Heimatort und gründete am 26. Juni 1730 mit 5000 Gulden eine fromme Stiftung.
Das Stiftungskapital wurde bei der Wiener Stadtbank hinterlegt. Der Schuldschein hierüber wurde dreifach ausgefertigt und einer bei der Bank, der zweite in der Kirchberger Bürgerlade und der dritte in der Oberstockstaller Pfarrkanzlei hinterlegt. Ohne Wissen des Pfarrschreibers und der Damianschen Freundschaft in Kirchberg konnte kein Geld abgehoben werden.
Nach dem Wunsch des Stifters kaufte die Verwandtschaft in der Engelmannsbrunner Freiheit 75 Joch Ackerland. Diese sollten an Kirchberger Bürger gegen eine mäßige Pacht zur Bebauung über­lassen werden mit der Auflage, dass sie immer gut gedüngt und in ihrer Qualität nicht vermindert werden dürfen. Von den Einkünften aus dem Pachtgeld sollten vier arme Personen erhalten werden. Diese sollten solange aus der Damianschen Verwandtschaft stammen, bis sie im Ort ausgestorben waren. Hernach versteht sich die Stiftung auch auf die Kirchberger Bürger und Bürgerinnen, was der Hauptzweck der Stiftung ist. Verwalter der Stiftung sollte immer ein Verwandter der Familie Damian sein und nach deren Aussterben ein Bürger des Marktes Kirchberg am Wagram, den das Marktgericht hiezu bestimmen möge.
Die Damian waren Marktschreiber und sehr tüchtige Handelsleute. Ihr Rosalienaltar in der Pfarrkirche huldigt der Kunst der Ärzte und der Apotheker, also der Aufklärung. Sie sicherten sich einen guten Nachruf durch die  Sozialstiftung.


Stiftungshaus  


Stiftungshaus  



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Marktplatz

Altes Rathaus
Das alte Rathaus wurde um 1610 im Renaissance Stil erbaut. Der neugotische Turm wurde erst 1888 nach einem Wiener Vorbild aufgesetzt. Die Anregung zu diesem Turm könnte vom Kirchberger Uhrmacher Meister Josef Fandl gekommen sein. Das Marktwappenrelief an der Außenfassade modellierte der Gastwirt Alois Schiel 1938. Das Haus wurde 1992/93 zum 500 Jahrjubiläum der Markterhebung Kirchberg renoviert. Heute beherbergt das alte Gemäuer das Alchemistenmuseum, mit dem weltweit einzigartigen und größten, geschlossenen Alchemistenfund aus Oberstockstall.



Beethovenstiege
Eine Geschichte erzählt, dass sich Beethoven im Jahr 1826  im Haus seines Bruders in Gneixendorf aufhielt. Nach einem heftigen Streit soll der berühmte Künstler auf einen vorbeifahrenden Milchwagen nach Krems aufgesprungen sein. Trotz des rauen Wetters Ende November machte sich Beethoven nach der Fahrt im offenen Wagen sofort auf die Weiterreise mit der Postkutsche nach Wien auf. In Kirchberg gab es einen Zwischenstopp und  Beethoven schrieb in sein Konservationsheft: „Ich übernachte in einem elenden Dorfgasthof in einem ungeheiztem Zimmer mit undichten Fenstern“. Es dürften sich schon hier die ersten Symptome einer Lungenentzündung gezeigt haben. Mit eintretender Fieberhitze dürfte Beethoven einige Maß eiskaltes Wasser getrunken haben. Am 26. März des Folgejahres starb Beethoven an den Spätfolgen der Erkältung und einer voranschreitenden Leberzirrhose.

An den tragischen Aufenthalt des großen Künstlers erinnert in Kirchberg nur mehr der Name einer durch Hintergärten führende Stiege. Das Haus, in dem Beethoven übernachtete, dürfte die damalige Poststation gewesen sein.



Bürgerhäuser am Marktplatz Kirchberg
Die große Zeit der bemerkenswerten und kunst­historisch zum Teil sehr wertvollen Bürgerhäu­ser in Kirchberg am Wagram ist das 17. Jahrhun­dert, als im Marktort die vermögenden Familien Beer und Damian ansässig waren, die als Bau­herren der bedeutendsten Bürgerhäuser aufge­treten sind.

Im Übergang von der Renaissance zum Barock ist vor allem auf dem Marktplatz in Kirchberg am Wagram ein charakteristisches Ortsbild entstan­den, das den Marktort noch heute prägt. Unter den zahlreichen kunsthistorisch wertvollen Bürgerhäusern Kirchbergs sind einige beson­ders hervorzuheben:

Das „Bärenhaus" auf dem Marktplatz 18, das durch ein herrliches Portal und einzigartige ba­rocke Stuckdecken besticht, das „Moosbauer­haus" auf dem Marktplatz 31, ein Renaissance­bau mit herrlichem Erker, das „Alte Rathaus" auf dem Marktplatz 30, in dem heute die Daueraus­stellung „Der Alchemist von Oberstockstall" un­tergebracht ist, das „Färberhaus" (Marktplatz 7), das Haus, in dem das heutige Rathaus unterge­bracht ist (Marktplatz 5), das Gebäude des Be­zirksgerichtes aus 1911/12 (Marktplatz 27) und ein barockes Bürgerhaus (Marktplatz 29). Zu den besonderen Häusern im Gemeindegebiet zählt auch der „Bärenhof" in Oberstockstall.



Dreifaltigkeitssäule Kirchberg
Das barocke Steindenkmal steht auf dem idyllischen Kirchberger Marktplatz am unteren Ende der Allee. Renoviert wurde das Denkmal 1870, 1965 und 2005.

Inschriften aus dem Lateinischen übersetzt:
Inschrift Südseite:
Vor des Feuers Schaden, vor der Blitze Ungemach, vor der Seuche giftigem Hauch schützt uns, ruhmreiche Patrone: Florian, Donautus, Sebastian!

Inschrift Nordseite:
Heilige Mutter Gottes ohne Makel, Jungfrau, bete für uns!

Inschrift Ostseite: Ein ewiges Werk der Frömmigkeit gab 1780 Leopold Kalchhauser.

Leopold Kalchhauser 1780


Uhrenturm am alten Rathaus  


Gemeindezentrum  


Beethovenstiege  


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Zhernitz-Stiftung

Das auffällige Gebäude an der Kremserstraße ist das ehemalige Bürgerspital. Der langgestreckte Barockbau ist zweigeschossig. Die achtachsige Front ist flaschengegliedert mit stuckierten Fensterrahmungen. In den Räumen des Obergeschosses sind spätbarocke Stuckspiegel erhalten. Im Osten wird der Bau abgeschlossen von der Kapelle St. Paul, mit der Stifterinschrift Paul Zhernitz 1687. Die Kapelle ist nördlich orientiert.
Das ehemalige Bürgerspital wird noch immer bewohnt, in der ehemaligen Kapelle befindet sich die Aufbahrungshalle von Kirchberg.


Stiftung an der Kremserstraße  


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Winkelberg

"Winckhelperg" ist ein künstlich aufgeschütteter Burghügel in Mitterstockstall. Von der Ansicht der Burg existieren nur noch Stiche von Mathias Vischer. Das Gebäude selbst ist verfallen und auch keine Mauerreste mehr sichtbar. Vereinzelt findet man am Hügel noch Tonscherben und kleine Überreste  menschlicher Besiedelung.


Alte Ansicht von Winckhelperg   


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Der Schiffsfund von Altenwörth

Die Verlegung der Donau infolge des Kraftwerksbaues Altenwörth ließ, begünstigt durch den gleichzeitig herrschenden Niedrigwasserstand, einen im Flussschotter des alten Donauarmes am linken Ufer bei Stromkilometer 1980,670 eingelagerten Bodenfund von höchstem Seltenheitswert zutage tre­ten. Es handelte sich um ein histo­risches Donauhandelsschiff, beladen mit handwerklich erzeugten Eisenpro­dukten. Einige Fässer ragten etwa 30-40 cm hoch über das Niveau des Flussbettes empor. Leicht bewegliche Teile der Ladung waren nauwärts* in geringfügi­gen Entfernungen lose auf dem Flussschotter abgelagert; kleine Metallgegen­stände, wie Maultrommeln, Nägel, Scheren und Hobelmesser, lagen noch in einer Entfernung von 30 m stromab. Im Bereich der Umrisse des Schiffs­körpers fanden sich hingegen die gewichtigeren Güter: Neben der Drahtrolle und den Nägelfässern noch Schraubstöcke und gebündelte Bleche. Das vorliegende Schiff, mit einer ungefähren Länge von 15 m, muss sich auf Grund seiner Ladung eindeutig auf der Naufahrt* befunden haben.

Die Fundstelle liegt an der Außenseite der Stromkrümmung. Die aufgefundenen Säbelklingen ließen die Datierung auf das erste Drittel des 19. Jahrhunderts (spätestens wohl 1827) zu. Demzufolge konnte der Fund als Repräsentant der historischen Donauschifffahrt ange­sehen werden, die zu dieser Zeit ihren zahlenmäßig höchsten Stand erreicht hatte und ausschließlich auf Flößen oder flach gebauten hölzernen Schif­fen abgewickelt wurde, wie sie bereits Jahrhunderte vorher in derselben Form die Donauszenerie beherrscht hatten. Der dokumentarische Wert für einen so langen Zeitraum wurde, durch die Einmaligkeit des Fundes ­handelte es sich doch um den ersten Schiffsfund in Österreich, noch vervielfacht.

*nauwärts, Naufahrt – alte Schiffersprache, welche talwärts, Fluss abwärts, bedeutet


Schiffsfund   


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