Alles Leben dieser Erde kommt aus dem Wasser. Im übertragenen Sinn ist auch das Wasser das wertvollste und schützenswerteste Gut, welches wir haben.
Ursprünglich entnahmen die Bewohner Kirchbergs und der umliegenden Katastralgemeinden ihr Trink und Nutzwasser aus den hauseigenen Brunnen. Einige dieser Brunnen sind noch immer zur Nutzwassergewinnung in Gebrauch. In Kirchberg sind die tiefsten Brunnen um die 35 m tief. Teilweise wurden die Brunnen aus den unterirdischen Quellen und Wasseradern des Wagrams gespeist, in der Ebene zapfte man das kühle Nass aus den Grundwasserseen. Gerade aber im ländlichen Raum kam es leider auch vor, dass der Abstand von Brunnen und Stallungen nicht groß genug war, und manchmal die Trinkwasserqualität litt.
Um eine einheitliche, konstante und gute Wasserversorgung für alle Bewohner der Großgemeinde zu erhalten, erbauten die Kirchberger in den Jahren 1978 1983 unter den Bürgermeistern Johann Daschütz und Karl Zimmermann, eine zentrale Wasserversorgung. Gefördert wurde diese Anlage durch das Bundesministerium für Bauten und Technik (Wasserwirtschaftsfonds) und dem Land Niederösterreich.
Anfang der 70er Jahre beauftragte man den Kirchberger Gastwirten und Wünschelrutengänger Alois Schiel mit der Suche nach einer Quelle. Er fand eine geeignete Quelle in Neustift. Aus den zwei Brunnen, einem Bohrbrunnen und einem Schachtbrunnen werden heute noch immer jährlich ca. 250 000 m3 bestes, sauberes und gesundes Trinkwasser gepumpt, ohne auch nur den Grundwassersee merklich abzusenken.
Herr und Meister über alle Anlagen ist der Wassermeister Franz Leuthner. Er überwacht und hält den Betrieb aufrecht. Er ist auch für Hygiene und Qualität verantwortlich. Zu seinen Aufgaben zählt auch die Wartung und Instandhaltung aller Betriebsanlagen und Einrichtungen
Einrichtungen:
1330 Wasserzähler in der Großgemeinde Kirchberg,
536 Wasserzähler in der Großgemeinde Königsbrunn,
insgesamt 75 km Versorgungsleitungen mit 550 Schiebern,
das Brunnenhaus mit 2 Brunnen, 7 Pumpen und 1 Windkesselanlage,
den Hochbehälter mit 2 unabhängigen Wasserbecken für konstanten Druck,
insgesamt 180 Hydranten.
Jeder Einbau, Neu- und Umbau an der riesigen Versorgungsanlage wird von ihm eingemessen und in Plänen festgehalten. Bei allen Grabungsarbeiten durch Gemeinde oder Baufirmen übernimmt er die Bauaufsicht, um „sein Wasserleitungsnetz“ vor Schaden zu bewahren. Bei jedem Hausanschluss ist er „mit von der Partie“, Wasserzählereinbau und zyklischer Tausch gehören auch zu seinen Aufgaben, ebenso wie Zählerstandserhebungen, Ersatzteilkauf, Lagerhaltung, Anlagenrevision, Datenpflege, Gebührenerfassung, Reparaturen …….
Für Notfälle steht er Tag und Nacht zur Verfügung. Er alleine wäre jedoch überfordert.
An seiner Seite arbeitet seine Frau Gabriele. Sie ist der gute Geist im Büro und administriert alle Tätigkeiten der Gruppenwassergesellschaft und verrechnet mit den Abnehmern.
Anton Wagensonner steht dem Wassermeister im Außenbereich bei allen Tätigkeiten zur Seite und ist auch hier gleichermaßen mitverantwortlich. Der Einsatzbereich erstreckt sich über 2 Großgemeinden: Königsbrunn mit den Katastralgemeinden Frauendorf, Bierbaum, Hippersdorf, Utzenlaa und Zaußenberg. Kirchberg mit den Katastralgemeinden Ober- , Mitter-, Unterstockstall, Engelmannsbrunn, Dörfl, Neustift, Mallon, Kollersdorf, Sachsendorf, Winkl, Gigging und Altenwörth.
Der geringe Personalaufwand schlägt sich bei den Bewohnern der beiden Großgemeinden positiv zu Buche. Kirchberg und Königsbrunn haben zwar im Vergleich die höchsten Bereitstellungsgebühren von 50 €. Das ist eine Jahresgebühr für den kleinsten Wasserzähler ohne Mehrwertssteuer. Bei der Bezugsgebühr liegen die zwei Gemeinden mit ihrer Gruppenwasserversorgung mit 0,90€ /m3 Wasser ziemlich am billigsten im Vergleich mit allen niederösterreichischen Gemeinden.